Rathausfreunde e.V.

Der von allen Mitgliedern de Rathausfreunde e.V. verfasste Artikel ist jetzt in der AZ erschienen. Nachfolgend der Abdruck.


Da der Leserbrief hier sehr klein erscheint, habe ich den Text nachfolgend im Original eingefügt.

Stellungnahme: Rathausfreunde e.V. zu Baumaßnahmen und Missständen in Ahlen

Auf der Mitgliederversammlung der Rathausfreunde e.V. am 19.08.2020 wurde diese Stellungnahme gemeinsam verfasst und beschlossen und auch an die Nichtanwesenden Mitglieder zum Einfügen von Ideen und Korrekturen gegeben .

Liebe Bürgerinnen und Bürger Ahlens,

die Verwaltung Ahlens verschwendet Ihr und unser Geld an vielen Stellen. Steuern und Abgaben werden erhöht. Das ist das, was uns bevorsteht und derzeit im Gange ist.

Der neue Bauhof ist veranschlagt worden mit 9 Mio Euro in den ersten Planungen. Kurz darauf waren es 13 Mio Euro, immer höhere Zahlen wurden genannt, heute sind wir beim dreifachen der Startplanung, während sich unser Bürgermeister Herr Dr. Berger hinstellt und sagt: „Die Kosten sind im Rahmen.“ Folge dessen ist eine Gebührenerhöhung für Müllabfuhr und Straßenreinigung, bei der wir uns über die Höhe wundern werden. Die ersten Schäden sind währenddessen am Bauhof bereits eingetreten, die Fundamente der Hebebühnen sind bereits jetzt defekt. Die Fehlplanung in Punkto fehlender Ausgangswaage für die Abrechnung der Müllmengen (aus Kostengründen?) kommt da noch drauf.

Über das Rathaus und den geplanten Neubau haben wir bereits lang und breit geredet: Die Kosten hier sind geplant – bei einem optimalen Bauvorgang, ohne Änderungen – 59 Mio Euro, bei denen eine Erhöhung um 40% von vorn herein straffrei einkalkuliert ist, steht hier der problemlos durchführbaren Sanierung für weit unterhalb der Hälfte der Kosten gegenüber. Die tatsächlichen Gründungskosten auf Sumpfboden unterhalb des jetzigen Parkplatzes, Sonderwünsche, für gehobene Architektur und moderne Technik wie Photovoltaikanlage sind hier nicht mal eingerechnet. Siehe oben: Die dreifachen Kosten stehen uns auch hier ins Haus mit der Folge der Erhöhung der Gewerbesteuer, Grundsteuer und weiteren kommunalen Steuern und Gebühren. Für Soziales und Kultur ist dann kein Geld mehr da. Dringende nicht voraussehbare Ausgaben sind dann ein großes Problem.

Das Land NRW wird kaum in der jetzigen Situation – während Corona – Förderungen für Neubauten vergeben. 100 Mio Euro und mehr wird die Stadt Ahlen tragen müssen, bei sinkenden Erträgen durch Gewerbesteuer aufgrund der Pandemiesituation.

Die Innenstadt ohne Rathausparkplatz wird zu Unattraktivität auch für Besucher führen, Folge sind Insolvenzen der Geschäfte in der Fußgängerzone. Bereits jetzt werden immer mehr Parkplätze reduziert, zuletzt am Kugelbrunnen, inklusive der Behindertenparkplätze. Radwege werden vermehrt und auf Straßen aufgemalt, so dass diejenigen, die diese Wege nutzen, ihres Lebens kaum mehr sicher sein können. Wir leben hier nicht in einer Großstadt, wo es einen funktionierenden öffentlichen Nahverkehr gibt. Konzepte von Münster zu kopieren, ist hochgradig verantwortungslos.

Der Marktplatz und das fleckige Pflaster taugt als Kulisse für die 101 Dalmatiner, aber nicht für die Bürger Ahlens. Bei jeder Feier, jedem Event muss das Pflaster geschützt werden. Stattdessen hätte man es versiegeln müssen von Anfang an, die Kosten für eine komplette Versiegelung bewegen sich im niedrigen vierstelligen Bereich. Ein Baudezernent ohne das Wissen um Abläufe, eine Verwaltung, die sich nicht kundig macht, führen auch hier zu Kosten, die wir am Ende alle tragen müssen.

Die Wald-Wandschilder für die Bahnunterführung am Bahndamm haben über 186.000 Euro gekostet. Geplant ist jetzt zusätzlich noch eine neue Beleuchtung, bei der die Kosten noch gar nicht klar sind. Statt hier eine Firma von außerhalb für Waldbilder zu engagieren, wäre es sinnvoller gewesen, Ahlener Künstler und die Stadtbildmacher anzufragen. Auch hier hätten Kosten gespart werden können – und örtliche Firmen und Künstler hätten engagiert werden müssen.

Die Runderneuerung der Kläranlage steht jetzt an, 30 Mio Euro sind momentan geplant. Auch hier wissen wir seit Jahren: Die Kläranlage ist für eine deutlich höhere Einwohnerzahl ausgelegt, als wir tatsächlich haben. Dies schlägt sich bereits jetzt in den Abwassergebühren nieder, diese werden mit den Kosten der Sanierung der Kläranlage nochmal erhöht werden.

Ahlen ist die am höchsten verschuldete Stadt des Kreises Warendorf mit über 100 Mio Euro an Schulden. Jetzt schon. Was kommt da noch auf uns zu?

Unser Bürgermeister und die Stadtverwaltung stellen sich hin und sagen: „Die Kosten sind doch kein Problem. Wir können das finanzieren.“  –  Wer es am Ende bezahlt? Wir, die Bürger und Bürgerinnen Ahlens.

Herr Dr. Berger wirbt mit dem Slogan „Vorausschauend wirtschaften“. Wo sind die hier aufgezählten Ausgaben und Planungen vorausschauend? Es wird alles so lange vergammeln lassen, bis wieder Unsummen für Sanierungen oder Neubauten ausgegeben werden müssen. Ach ja, wenn wir so zurückdenken, da wollte Herr Dr. Berger seine Werbung für den Bürgerentscheid mal eben mit 20.000 € aus der Stadtkasse finanzieren. Wir konnten es aber mit unsere Schreiben an den Landrat, an die Bezirksregierung und an das Land NRW verhindern.

Nein, das ist nicht nachhaltig und nicht vorausschauend, das ist grob fahrlässig.

Wir bedanken uns bei allen Unterstützern für den gemeinsamen Erfolg, unabhängig von Parteibuch oder Vereinsmitgliedschaften und werden uns auch in Zukunft mit aller Kraft für Ahlen einsetzen. Rathausfreunde e.V. – Ahlen

Eine wichtige Information.

Es gibt eine neue Gruppe „Ahlener Rathausfreunde 2020“ . Diese sollte nicht mit uns verwechselt werden. Wir als eingetragener Verein sind die direkten Nachfolger der Bürgerinitiative Rathaus. Nachfolgend unsere Stellungnahme dazu!

Stellungnahme „Rathausfreunde e.V.“ zu den „Ahlener-Rathausfreunde 2020“

Da es in der letzten Zeit zu Irritationen wegen der beiden Gruppen „Rathausfreunde“ gekommen ist, möchten wir, die „Rathausfreunde e.V.“, hierzu aufklären.

Die „Rathausfreunde e.V.“ sind die direkten Nachfolger der Bürgerbewegung zum Erhalt unseres jetzigen Rathauses. Die „Ahlener-Rathausfreunde 2020“ sind eine eigenständige Gruppe, auf welche wir keinerlei Einfluss unsererseits haben. Solange eine Partei oder Gruppe sich in unserem Sinn für die Belange unserer Stadt einsetzt, kann uns dies nur recht sein. Uns ist jeder willkommen, der unsere Interessen vertritt, jedoch sind wir nicht verantwortlich für und nicht zu verwechseln mit dieser Wählergruppe, was auch für unsere Facebookseite und den Internetauftritt gilt.

Wir „Rathausfreunde e.V.“ unterstützen die BMA. Wir haben in der Vergangenheit eine hervorragende Zusammenarbeit mit der BMA erfahren, darum werden wir auch weiterhin mit ihr eine enge Kooperation anstreben. Ferner sind einige unserer Mitglieder auch Mitglied in der BMA. Die BMA ist für uns die Gruppierung, die sich vielfach für die Belange der Stadt Ahlen und seiner Bürgerinnen und Bürgern eingesetzt hat.

Diese Partnerschaft möchten wir auch in Zukunft fortsetzen.

Hier geht es zur Internetseite der BMA

Wegen Corona konnten wir noch nicht so richtig agieren, aber unser erster Leserbrief ist in der AZ vom Samstag den 27.06.2020 abgedruckt worden.

Das beste Beispiel ist der neue Bau- und Wertstoffhof.

Er wurde zunächst mit 9 Millionen Euro veranschlagt und ist bis jetzt auf 27 Millionen Euro angewachsen. Der Bürgermeister behauptet auch noch:  „Alles sei im Kostenrahmen“.

Was wird dann der Neubau des Bürgercampus kosten. Wenn es hier genau wie beim Bauhof eintrifft, wird er auf 180 Millionen Euro anwachsen und Ahlen ist pleite. Dieses wollen wir verhindern.

Für die klimatisch sinnvolle Sanierung des Rathauses sind maximal 10 Millionen Euro erforderlich. Eine neue Fassade und ein intaktes Dach reichen. Das haben uns wirkliche Fachleute und nicht die von der Verwaltung eingesetzten Schönrechner vorgerechnet.

Alles Andere sind Umbauten und Renovierungsarbeiten die nach und nach ergänzend gemacht werden können, wenn das Geld reicht. Die technische Einrichtung des Rathauses ist nicht zu beanstanden und wird ja auch laufend vom Haustechniker und den Hausmeistern gewartet und erweitert.

Wir brauchen keinen „Berger-Campus“ und keinen Bürgermeister der das Geld der Steuerzahler verschwendet. Wir brauchen auch kein Stadthaus. Eine Stadt muss ein Rathaus haben. Beispiele dafür, dass das Geld zum Fenster herausgeworfen wird haben wir genug in unserer Stadt. Ein Beispiel ist die Begegnungszone Weststraße, eine Dauerbaustelle. Ständig muss die Pflasterung nachgearbeitet werden. Ach ja, ist wohl Tradition. Die Rathausfassade wurde ja auch nicht nach den ersten Schäden bemängelt und der Architekt nicht hinzugezogen. Der hat es erst Jahre später erfahren.

Der Bürgermeister vergisst anscheinend in seinem Campuswahn, dass wir durch Corona eine Wirtschaftskriese haben. Er ist beständig in den Zeitungen abgebildet, aber Corona scheint an ihm vorbeizuziehen. Vorschriften anmahnen ist ja in Ordnung. Wie aber den Bürgern über ihre Not helfen, davon hört man nichts.

1. Vorsitzender der Rathausfreunde e.V.

Hans-Dieter Hanses
Lortzingweg 7
59227 Ahlen
Telefon: 02382-7608150
Mobil: 0176-23503229
info@rathausfreunde-ahlen.de

Unsere Bankverbindung:
Volksbank Ahlen
Bürgerinitiative Rathaus
DE93 4126 2501 6106 4139 00
Für Spenden wären wir sehr dankbar.

Bitte anklicken!Der besondere Rathausfilm

Übrigens, oben auf unserem Startbild sieht man wie hervorragend der Architekt den Standort des Rathauses gewählt hat. Es liegt genau in der Sichtachse zu unserem Stadtzentrum.

Im besonderen Rathausfilm sind drei kurze Ausschnitte aus dem Abbruch der Oberfinanzdirektion eingesetzt. Diese Szenen  sollen uns zeigen, dass die Anwohner, wenn die Abrissbagger sich in Position setzen, um unser Rathaus aus dem Stadtbild zu entfernen, einem ohrenbetäubenden Lärm und ständiger Staubentwicklung ausgesetzt sind.

Davon sind ebenso ganz massiv das Städtische Gymnasium und das Kunstmuseum Ahlen betroffen.  Der feine Staub fliegt weit und dringt durch kleinste Ritzen. Für das Gymnasium ist alleine die Lärmbelastung nicht tragbar. In unserer Videogalerie finden Sie ein kleines Interview einer Zeitzeugin, Lehrerin an der damaligen Overbergschule, heute Stadtbücherei, wie es zu Bauzeiten des jetzigen Rathauses war. Auch haben wir Zeitzeugen des Gymnasiums getroffen, die uns von den damaligen katastrophalen Verhältnissen berichteten. Und das soll nun über Jahre wieder einmal unnötigerweise ablaufen? Die Sanierung ist mit wesentlich weniger Lärm und in kürzerer Zeit abzuschließen.

Die 150 Pfeiler auf denen das Gebäude steht und die vielen Säulen unseres Rathauses sind aus hochfestem Stahlbeton und von ausgewiesen bester  Qualität. Sie können nur Zentimeter um Zentimeter abgetragen werden und dann müssen die Pfeiler noch aus dem Boden gezogen werden. Das dauert! Monate werden vergehen. Wer will das ertragen?

Von hoher Brisanz ist der Umstand der Staubentwicklung auf das Kunstmuseum. Wenn nach dem Abriss das gesamte Gebäude und die darin befindlichen Kunstwerke vom Staub gesäubert werden müssen, und vielleicht auch ein neuer Innenanstrich notwendig ist, dann sollte die Museumsleitung sich eine Unbedenklichkeitsbescheinigung von der Stadt geben lassen. Da  spielen schnell Millionen eine Rolle.

Schwere LKWs werden durch die Stadt rollen. Sie werden unseren Innenstadtverkehr erheblich beeinträchtigen und die gerade neu gemachten Straßen zerstören.

Dann noch die Parkplatzsituation. Wo sollen die Menschen mit ihren Kraftfahrzeugen, die zum einkaufen in die Stadt wollen oder auch zu den Betrieben die gegenüber der Baustelle liegen, denn parken? Denkt man denn an die Behinderten, die in die Orthopädie oder die Zahnarztpraxis müssen? Denkt man an die Betriebe selbst, die mit schweren Umsatzeinbußen rechnen müssen? Wer zahlt das?

2000 Jahre steht nun schon der aus römischen Beton errichtete Kuppelbau des Pantheons in Rom. Der Beton unseres Rathauses ist von noch besserer Qualität und das will was heißen. Deshalb sagen sämtliche anerkannten Fachleute: „Die Sanierung könne ohne Probleme in Angriff genommen werden“. In der heutigen Zeit, wo Ressourcen knapp werden, ist es an der Zeit, die Sanierung an die erste Stelle zu setzen.